Papilio

Vorbeugung gegen die Entwicklung
von Sucht und Gewalt durch Förderung
sozial-emotionaler Kompetenz im Kindergarten

Papilio

Das Präventionsprogramm Papilio richtet sich an Erzieherinnen und Erzieher in Kindergärten, vermindert – wissenschaftlich nachgewiesen – erste Verhaltensauffälligkeiten und stärkt sozial-emotionale Kompetenzen. So kann Sucht- und Gewalttendenzen in späteren Jahren frühzeitig vorgebeugt werden. Die AOK Hessen unterstützt Papilio seit 2005.

Geschichte

„Leben ohne Sucht und Gewalt“. So hieß eine Aktion, die von Rotary-Clubs aus dem Raum Rosenheim Ende der 1990er Jahre ins Leben gerufen wurde. Ziel: Bereits im Kindergartenalter präventiv gegen die Entwicklung von Sucht- und Gewaltverhalten tätig zu werden. Ende 2001 wurde dann das gemeinnützige Beta-Institut (Augsburg) mit ins Boot geholt, welches das Programm – in enger Zusammenarbeit mit der Uni Bremen – modifizierte und weiterentwickelte. So entstand Papilio. 2010 schließlich wird das Programm „unabhängig“ und der Verein Papilio e.V. unter Vorsitz der Sozialunternehmerin Heidrun Meyer gegründet.

Warum ist Papilio wichtig?

Frühe Verhaltensstörungen von Kindern (z.B. Rückzugsverhalten, Aggressionen) sind Hauptrisikofaktor für das Auftreten von Sucht oder Gewaltneigungen bei Teenagern. Dieser von der Entwicklungspsychologie eindeutig nachgewiesene Zusammenhang ist die Grundprämisse von Papilio.  Im Kern geht es um die universelle/selektive Primärprävention von Verhaltensproblemen. Und das so früh wie möglich – eben bereits im Kindergarten. Maßnahmen zum Aufbau von Schutzfaktoren gegen Sucht und Gewalt und zur Reduzierung erster Verhaltensauffälligkeiten müssen bei den 3- bis 7-Jährigen ansetzen. Was in dieser frühen Zeit versäumt oder falsch gelernt wurde, ist später nur schwer nachzuholen oder zu korrigieren.

Drei Ebenen-Prinzip

Papilio wirkt auf drei Ebenen. Bei den ErzieherInnen, den Kindern und ihren Eltern. ErzieherInnen sind dabei die zentralen VermittlerInnen des Programms. Sie bilden sich im entwicklungsfördernden Erziehungsverhalten fort, führen die Papilio-Maßnahmen mit den Kindern durch und beziehen die Eltern mit ein. Für die Kinder gibt es drei konkrete Maßnahmen, die sie im Kita-Alltag erleben können. Den Spielzeug-macht-Ferien-Tag, das Meins-deinsdeins-unser-Spiel sowie die Geschichte von Paula und den Kistenkobolden.

Viel erreicht

Hessenweit wurden im Rahmen des Programms bislang über 1500 Erzieherinnen und Erzieher ausgebildet und rund 33.000 Kinder erreicht. Dass dieses gute Ergebnis erzielt werden konnte, liegt auch an den bewährten Strukturen für Suchtprävention in Hessen. Denn in jedem Landkreis und jeder kreisfreien Stadt existiert eine Fachstelle für Suchtprävention, die zur Hälfte durch das Hessische Sozialministerium gefördert wird. Diese Struktur ist für das flächendeckende Angebot von Papilio eine wichtige Voraussetzung.